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Weinlese als Erlebnis: So nehmen Weingüter ihre Community digital mit

Autorenbild: Benjamin Schmitt
Benjamin Schmitt
19. Aug.
6 Min. Lesezeit

Die Weinlese ist für jedes Weingut ein besonderer Höhepunkt des Jahres. Sie markiert den Beginn eines neuen Jahrgangs und verbindet Handwerk, Natur, Tradition und Vorfreude. Für Kundinnen und Kunden bietet sie außerdem die Möglichkeit, einen authentischen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Mit einer durchdachten Kommunikation auf Social Media, der eigenen Website und im Kundennewsletter können Weingüter die Weinlese in ein digitales Erlebnis verwandeln – und ihre Community emotional an der Entstehung des neuen Jahrgangs teilhaben lassen.



Warum die Weinlese so viel Content-Potenzial bietet


Während der Weinlese entstehen täglich neue Geschichten:


  • Die ersten Trauben werden geerntet.

  • Wetterbedingungen beeinflussen den Ablauf.

  • Teams arbeiten früh morgens im Weinberg.

  • Maschinen und traditionelle Handarbeit kommen zum Einsatz.

  • Erste Eindrücke von Qualität und Reife werden gesammelt.

  • Viele kleine Entscheidungen legen den Grundstein für den neuen Jahrgang.


Diese authentischen Momente müssen nicht perfekt inszeniert sein. Gerade spontane Einblicke und echte Stimmen machen die Kommunikation glaubwürdig und nahbar.


1. Social Media: Die Weinlese live erlebbar machen


Social Media eignet sich ideal, um die Dynamik der Weinlese zu zeigen. Besonders wirkungsvoll ist eine Mischung aus spontanen Momentaufnahmen, informativen Beiträgen und interaktiven Formaten.


Ein tägliches Weinlese-Tagebuch


Starten Sie eine wiederkehrende Serie, zum Beispiel:


  • „Tag 1 der Weinlese“

  • „Heute im Weinberg“

  • „Jahrgang 2026: Der erste Eindruck“

  • „Von der Traube in den Keller“


Zeigen Sie dabei nicht nur die Trauben, sondern auch Menschen, Orte und Prozesse. Ein kurzes Video vom Sonnenaufgang im Weinberg kann ebenso interessant sein wie ein Interview mit der Kellermeisterin oder dem Winzer.


Mögliche Caption:

Die ersten Trauben des neuen Jahrgangs sind gelesen. Heute standen unsere früh reifenden Parzellen im Fokus – bei kühlen Temperaturen und viel Vorfreude auf das, was vor uns liegt.

Reels und kurze Videos


Kurze Videos erzeugen Nähe und vermitteln Atmosphäre. Ideen für Reels:


  • Ein Sonnenaufgang über den Weinbergen

  • Der Weg einer Traube vom Rebstock in den Traubenwagen

  • Zeitraffer einer Weinlese

  • „Ein Tag im Leben eines Erntehelfers“

  • Geräusche aus dem Weinberg und Keller

  • Vorher-nachher-Aufnahmen einer geernteten Parzelle

  • Drei Dinge, die während der Weinlese niemand sieht


Achten Sie darauf, die Videos nicht zu stark zu überproduzieren. Authentische Aufnahmen mit dem Smartphone wirken oft glaubwürdiger als perfekt arrangierte Szenen.


Die Menschen hinter dem Jahrgang vorstellen


Die Weinlese ist Teamarbeit. Stellen Sie die Menschen vor, die daran beteiligt sind:


  • Winzerinnen und Winzer

  • Kellermeisterinnen und Kellermeister

  • Erntehelferinnen und Erntehelfer

  • Familienmitglieder

  • Auszubildende

  • Mitarbeitende im Verkauf oder Versand


Kurze Fragen genügen:


  1. Was ist dein Lieblingsmoment während der Weinlese?

  2. Welche Rebsorte liest du am liebsten?

  3. Was macht einen guten Lesetag aus?

  4. Worauf freust du dich beim neuen Jahrgang?

  5. Was war dein schönstes Erlebnis im Weinberg?


So wird aus einem abstrakten Produkt ein persönliches Erlebnis.


Community aktiv einbinden


Machen Sie Ihre Followerinnen und Follower zu einem Teil der Weinlese. Nutzen Sie zum Beispiel:


  • Instagram-Umfragen zur nächsten gelesenen Rebsorte

  • Quizfragen zur Traubenreife

  • Fragerunden mit dem Kellerteam

  • Abstimmungen über den schönsten Weinbergblick

  • Fragensticker wie „Was wolltet ihr schon immer über die Weinlese wissen?“


Eine gute Idee ist auch ein regelmäßiges Format wie „Ihr fragt, wir antworten“. Dabei können Sie typische Fragen rund um Lesezeitpunkt, Reifegrad, Handlese oder Kellerarbeit beantworten.


2. Die Website als zentrale Weinlese-Plattform nutzen


Social Media erzeugt Aufmerksamkeit. Die Website bietet den Raum für ausführlichere Geschichten und langfristig auffindbare Inhalte.


Eine eigene Weinlese-Seite erstellen


Bündeln Sie alle Informationen auf einer zentralen Landingpage oder Blog. Diese kann enthalten:


  • Aktuelle Eindrücke aus dem Weinberg

  • Einen Zeitplan der Weinlese

  • Informationen zu den gelesenen Rebsorten

  • Fotos und Videos

  • Statements des Teams

  • Einen Rückblick auf vergangene Jahrgänge

  • Hinweise auf Veranstaltungen oder Weinproben

  • Eine Möglichkeit zur Newsletter-Anmeldung


Eine solche Seite kann jedes Jahr aktualisiert werden und als digitales Archiv der Jahrgänge dienen.


Einen Weinlese-Blog führen


Veröffentlichen Sie regelmäßig kurze Beiträge, beispielsweise:


  • „Warum die Weinlese dieses Jahr früher beginnt“

  • „Handlese oder Maschinenlese: Wann kommt was zum Einsatz?“

  • „Was passiert mit den Trauben nach der Ernte?“

  • „So erkennt unser Team den richtigen Lesezeitpunkt“

  • „Fünf Begriffe aus dem Weinberg einfach erklärt“

  • „Was das Wetter für den neuen Jahrgang bedeutet“


Wichtig ist, Fachwissen verständlich zu vermitteln. Die Zielgruppe muss nicht jede technische Einzelheit kennen. Ein klarer, persönlicher Schreibstil schafft Vertrauen und macht komplexe Prozesse zugänglich.


Ein digitales Weinlese-Tagebuch mit Newsletter-Anmeldung


Ergänzen Sie die Website um einen sichtbaren Hinweis wie:

Sie möchten die Entwicklung des neuen Jahrgangs nicht verpassen? Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten Sie regelmäßige Einblicke aus Weinberg und Keller.

So verbinden Sie redaktionelle Inhalte direkt mit dem Aufbau Ihrer Kundenbindung.


3. Kundennewsletter: Exklusive Einblicke schaffen


Er kann den Abonnentinnen und Abonnenten exklusive Informationen bieten und die Beziehung zum Weingut vertiefen.


Mögliche Newsletter-Serie zur Weinlese


Newsletter 1: Die Weinlese beginnt


Inhalte:


  • Start der Weinlese

  • Erste Eindrücke aus den Weinbergen

  • Wetter und Reifeentwicklung

  • Persönliche Nachricht des Weinguts

  • Ausblick auf die kommenden Wochen


Newsletter 2: Ein Blick hinter die Kulissen


Inhalte:


  • Vorstellung des Leseteams

  • Ein Tag im Weinberg

  • Fotos aus dem Arbeitsalltag

  • Erklärung eines Fachbegriffs

  • Kurzes Interview mit dem Kellerteam


Newsletter 3: Von der Traube in den Keller


Inhalte:


  • Was nach der Ernte passiert

  • Erste Schritte der Verarbeitung

  • Unterschiede zwischen Rebsorten

  • Einblicke in die Kellerarbeit

  • Video oder Fotostrecke


Newsletter 4: Der neue Jahrgang nimmt Gestalt an


Inhalte:


  • Zwischenbilanz der Weinlese

  • Erste Einschätzung des Teams

  • Besonderheiten des Jahrgangs

  • Einladung zu einer Veranstaltung

  • Möglichkeit zur Vorreservierung oder Vormerkung


Exklusive Inhalte für Abonnenten


Schaffen Sie einen Grund, warum sich Menschen gerade für Ihren Newsletter anmelden sollten. Denkbar sind:


  • Früher Zugang zu Weinlese-Veranstaltungen

  • Exklusive Fotos oder Videos

  • Persönliche Einschätzungen des Kellermeisters

  • Ein digitales Weinlese-Tagebuch

  • Ein Rabatt auf eine Weinprobe

  • Vorabinformationen zum neuen Jahrgang

  • Eine Einladung zu einer Kellerführung


4. Kreative Kampagnenideen rund um die Weinlese


„Mein erster Jahrgang“

Lassen Sie neue Mitarbeitende, Auszubildende oder Familienmitglieder erzählen, wie sie ihre erste Weinlese erleben. Das sorgt für persönliche und sympathische Inhalte.


„Eine Parzelle, eine Geschichte“

Wählen Sie jede Woche eine Weinbergparzelle aus und stellen Sie sie vor:


  • Lage

  • Rebsorte

  • Alter der Reben

  • Boden

  • Besonderheiten

  • Geplanter Verwendungszweck


So lernen Kundinnen und Kunden die Herkunft Ihrer Weine besser kennen.


„Weinlese zum Mitmachen“

Laden Sie Ihre Community zu einer kleinen Mitmachaktion ein:


  • Teilen Sie Fotos vom eigenen Lieblingsmoment im Herbst.

  • Lassen Sie Follower ihre Weinlese-Fragen einschicken.

  • Veranstalten Sie eine digitale Weinbergführung.

  • Bitten Sie Kundinnen und Kunden, ihre Erwartungen an den neuen Jahrgang zu teilen.

  • Erstellen Sie eine gemeinsame Playlist für die Weinlese.


„Der Jahrgang in Zahlen“

Bereiten Sie interessante Fakten visuell auf:


  • Anzahl der gelesenen Rebstöcke

  • Geerntete Rebsorten

  • Länge der Weinlese

  • Anzahl der beteiligten Personen

  • Frühester Startzeitpunkt

  • Besondere Wetterbedingungen


Zahlen werden besonders auf Social Media schnell verständlich, wenn sie mit starken Bildern und kurzen Erklärungen kombiniert werden.


Weinlese-Veranstaltungen digital verlängern

Wenn Sie eine Weinlese oder ein Herbstfest veranstalten, können Sie die Inhalte über den Veranstaltungstag hinaus nutzen:


  • Vorher: Einladung und Vorbereitung

  • Währenddessen: Stories und Live-Eindrücke

  • Danach: Rückblick mit Fotos und Stimmen

  • Im Newsletter: persönliche Zusammenfassung

  • Auf der Website: ausführlicher Nachbericht


So wird aus einem einzelnen Termin eine mehrwöchige Content-Kampagne.


5. Ein einfacher Redaktionsplan für vier Wochen

Woche

Social Media

Website

Newsletter

1

Start der Weinlese, Teamvorstellung, Stories aus dem Weinberg

Beitrag zum Beginn der Weinlese

Auftakt-Newsletter

2

Rebsorten-Quiz, Reel aus dem Weinberg, Fragenrunde

Erklärung des richtigen Lesezeitpunkts

Exklusive Einblicke ins Team

3

Kellerarbeit, Zeitraffer, „Von der Traube in den Keller“

Beitrag zur Verarbeitung der Trauben

Newsletter über die nächsten Schritte

4

Zwischenbilanz, Dank an das Team, Community-Rückblick

Rückblick auf die Weinlese

Ausblick auf den neuen Jahrgang


6. Worauf Weingüter bei der Kommunikation achten sollten


Authentisch statt werblich


Die Weinlese muss nicht in jedem Beitrag direkt zum Kauf auffordern. Geschichten, Wissen und Einblicke schaffen zunächst Vertrauen. Verkaufsimpulse können an passenden Stellen eingebunden werden.


Regelmäßig statt perfekt


Besser sind mehrere kurze und glaubwürdige Beiträge als ein einzelner aufwendig produzierter Rückblick. Ein einfacher Redaktionsplan hilft dabei, auch während arbeitsintensiver Tage sichtbar zu bleiben.


Fachwissen verständlich erklären


Begriffe wie Mostgewicht, Oechslegrad oder Maischestandzeit sind für Fachleute selbstverständlich, für viele Kundinnen und Kunden jedoch erklärungsbedürftig. Nutzen Sie einfache Beispiele und vermeiden Sie unnötigen Fachjargon.


Datenschutz und Einwilligungen beachten


Bevor Mitarbeitende, Erntehelfer oder Gäste fotografiert und veröffentlicht werden, sollten entsprechende Einwilligungen vorliegen. Das gilt besonders für Kinder (am besten gar nicht filmen) und externe Dienstleister.


Auf allen Kanälen aufeinander aufbauen


Social Media, Website und Newsletter sollten unterschiedliche Funktionen erfüllen:


  • Social Media: spontane Eindrücke und Interaktion

  • Website: ausführliche Informationen und dauerhafte Inhalte

  • Newsletter: persönliche Ansprache und exklusive Einblicke


Fazit: Die Weinlese ist mehr als ein Erntetermin


Die Weinlese bietet Weingütern die Chance, ihre Arbeit sichtbar, verständlich und emotional zu vermitteln. Wer seine Community regelmäßig mitnimmt, baut Nähe auf und macht den neuen Jahrgang schon lange vor der ersten Flasche erlebbar.


Entscheidend ist dabei nicht die aufwendigste Produktion, sondern die Perspektive: Zeigen Sie echte Menschen, besondere Momente und die vielen kleinen Schritte, aus denen am Ende ein Wein entsteht. So wird die Weinlese zu einer Geschichte, die Ihre Kundinnen und Kunden gerne verfolgen – und weitererzählen.


Tipp: Entwickeln Sie bereits vor Beginn der Weinlese einen einfachen Themenplan mit wiederkehrenden Formaten. So können Sie spontane Erlebnisse festhalten, ohne jeden Beitrag kurzfristig neu planen zu müssen.

 
 
 

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